Hier findest du die gängigen U-Werte für Fenster auf einen Blick: nach Verglasungsart, nach Baujahr und im Vergleich zu den gesetzlichen Anforderungen. Alle Angaben sind typische Richtwerte – der genaue Wert deines Fensters steht auf dem Typenschild oder im Datenblatt des Herstellers.
U-Wert nach Verglasungsart (Ug)
Der Ug-Wert beschreibt nur die Verglasung, nicht das ganze Fenster. Er ist der Wert, der sich über die Jahrzehnte am stärksten verbessert hat:
| Verglasung | Ug-Wert in W/(m²K) | Typischer Zeitraum |
|---|---|---|
| Einfachverglasung | ca. 5,8 | bis in die 1970er |
| Zweifachverglasung, unbeschichtet (Isolierglas) | ca. 2,8–3,0 | ca. 1970–1995 |
| Zweifach-Wärmeschutzverglasung | ca. 1,1–1,4 | ab ca. 1995 |
| Moderne Zweifach-Wärmeschutzverglasung | ca. 1,0–1,1 | heute Standard |
| Dreifach-Wärmeschutzverglasung | ca. 0,5–0,8 | ab ca. 2005, heute üblich |
Faustregel: Je kleiner der Wert, desto weniger Wärme geht verloren. Von Einfachverglasung zu heutiger Dreifachverglasung liegt etwa Faktor 8.
U-Wert von Fenstern nach Baujahr (Uw)
Der Uw-Wert gilt für das gesamte Fenster inklusive Rahmen und ist damit der praxisrelevante Wert. Er liegt fast immer über dem Ug-Wert, weil der Rahmen schlechter dämmt als moderne Verglasung:
| Baujahr des Fensters | Uw-Wert in W/(m²K) | Einordnung |
|---|---|---|
| vor 1978 | ca. 5,0 und schlechter | Einfachverglasung, sehr hohe Verluste |
| 1978–1995 | ca. 2,8–3,5 | Isolierglas ohne Beschichtung |
| 1995–2002 | ca. 1,6–1,9 | erste Wärmeschutzverglasung |
| 2002–2009 | ca. 1,3–1,6 | EnEV-Zeitraum |
| 2009–2016 | ca. 1,3 | EnEV-Verschärfungen |
| ab 2016 | ca. 0,9–1,3 | Dreifachverglasung wird Standard |
| Passivhaus-Niveau | ≤ 0,8 | besondere Anforderung |
Bei Dachfenstern liegen die Werte in der Regel leicht über denen von Fassadenfenstern, weil der Einbau in der Dachschräge und die Rahmenkonstruktion ungünstiger sind.
Ug, Uw, Uf – was die Buchstaben bedeuten
Diese drei Kürzel werden häufig verwechselt, führen aber zu ganz unterschiedlichen Zahlen:
| Kürzel | Steht für | Was gemeint ist |
|---|---|---|
| Ug | glazing (Verglasung) | Nur das Glas. Der beste und deshalb gern beworbene Wert. |
| Uf | frame (Rahmen) | Nur der Rahmen. Meist schlechter als das Glas. |
| Uw | window (Fenster) | Das gesamte Fenster inklusive Rahmen und Randverbund. Der Wert, auf den es ankommt. |
Wenn ein Angebot nur einen sehr guten Ug-Wert nennt, aber keinen Uw-Wert, lohnt das Nachfragen. Für die gesetzlichen Anforderungen zählt der Uw-Wert.
K-Wert und U-Wert: derselbe Wert, alter Name
Der k-Wert ist die frühere Bezeichnung für den heutigen U-Wert. Umbenannt wurde er im Zuge der europäischen Normung um das Jahr 2002. Wenn du in älteren Unterlagen einen k-Wert findest, kannst du ihn direkt mit heutigen U-Werten vergleichen – die Größe und die Einheit W/(m²K) sind identisch. Ein k-Wert von 3,0 aus einem Angebot von 1990 entspricht also einem U-Wert von 3,0.
Welche U-Werte verlangt das Gesetz?
Wer Fenster austauscht, muss die Höchstwerte des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) einhalten. Sie gelten bei Austausch oder erstmaligem Einbau, sofern mehr als 10 Prozent der Bauteilfläche gleicher Ausrichtung betroffen sind:
| Bauteil | Höchstwert | Bezug |
|---|---|---|
| Fenster und Fenstertüren | Uw ≤ 1,3 W/(m²K) | gesamtes Fenster |
| Dachflächenfenster | Uw ≤ 1,4 W/(m²K) | gesamtes Fenster |
| Nur die Verglasung wird getauscht | Ug ≤ 1,1 W/(m²K) | nur Glas |
Für Förderprogramme gelten meist strengere Werte als das gesetzliche Minimum. Was beim Austausch gefördert wird, steht in unserem Ratgeber zur staatlichen Förderung für Dachfenster. Verbindlich ist immer der aktuelle Gesetzestext beziehungsweise die jeweilige Förderrichtlinie – prüfe die Werte vor einer Investition.
Sonderfälle: Kastenfenster, Glasbausteine, Altbau
| Bauteil | U-Wert (Richtwert) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kastenfenster (Doppelfenster) | ca. 2,3–2,7 | Zwei Ebenen mit Luftschicht – besser als einfaches Einfachglas |
| Verbundfenster | ca. 2,5–3,0 | Zwei Scheiben in einem Flügel |
| Glasbausteine | ca. 3,0–3,5 | Deutlich schlechter als moderne Verglasung |
| Holzfenster, 1980er | ca. 2,8–3,0 | Rahmenmaterial spielt geringere Rolle als die Verglasung |
| Dachfenster, moderner Standard | ca. 1,0–1,4 | Je nach Modell und Verglasung |
Was ist ein guter U-Wert für ein Dachfenster?
Ein modernes Dachfenster mit Zweifach-Wärmeschutzverglasung liegt heute bei etwa 1,1 bis 1,4 W/(m²K), mit Dreifachverglasung darunter. Liegt dein Fenster deutlich über 2,0, stammt es mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Zeit vor 1995 – dann lohnt sich die Rechnung, ob ein Austausch günstiger kommt als weiter zu heizen.
Wie alt dein Fenster ist, findest du über das Typenschild heraus: Wie alt ist mein Dachfenster? Ein hoher U-Wert zeigt sich im Winter übrigens auch daran, dass die Scheibe innen beschlägt – die Zusammenhänge erklärt Dachfenster beschlägt von innen.
Häufige Fragen zum U-Wert von Fenstern
Was ist ein guter U-Wert bei Fenstern?
Für moderne Fenster gilt ein Uw-Wert von etwa 1,0 bis 1,3 W/(m²K) als guter Standard, mit Dreifachverglasung sind Werte um 0,8 erreichbar. Beim Austausch verlangt das Gebäudeenergiegesetz für Fenster höchstens 1,3 und für Dachflächenfenster höchstens 1,4 W/(m²K).
Was ist der Unterschied zwischen Ug und Uw?
Ug beschreibt nur die Verglasung, Uw das gesamte Fenster inklusive Rahmen. Der Uw-Wert ist immer der schlechtere und zugleich der relevante Wert – gesetzliche Anforderungen beziehen sich auf ihn.
Ist der k-Wert dasselbe wie der U-Wert?
Ja. Der k-Wert ist die frühere Bezeichnung, die im Zuge der europäischen Normung um 2002 durch den U-Wert ersetzt wurde. Größe und Einheit sind identisch, die Werte lassen sich direkt vergleichen.
Welchen U-Wert hat eine alte Einfachverglasung?
Etwa 5,8 W/(m²K) für die Verglasung. Das gesamte Fenster liegt meist bei 5,0 und schlechter – im Vergleich zu heutiger Dreifachverglasung geht dort ungefähr das Achtfache an Wärme verloren.
Welchen U-Wert hat ein Kastenfenster?
Typisch sind etwa 2,3 bis 2,7 W/(m²K). Die zweite Fensterebene mit der Luftschicht dazwischen dämmt deutlich besser als eine einzelne Scheibe, erreicht aber keine modernen Werte.
Woher weiß ich den U-Wert meines Dachfensters?
Am zuverlässigsten über das Typenschild am oberen Flügelrahmen: Damit lässt sich das Modell und über den Hersteller das Datenblatt bestimmen. Fehlt das Schild, hilft die Einordnung über das Baujahr und die Verglasungsart.
Grundlagen zum Nachlesen: Was der U-Wert bei Fenstern genau bedeutet, welcher Wert als gut gilt und welche Grenzwerte das Gebäudeenergiegesetz vorschreibt, erklärt unser Überblick.
Alter k-Wert in den Unterlagen? Er bezeichnet dieselbe Größe wie der heutige U-Wert – eine Umrechnung ist nicht nötig. Die Einordnung samt Tabelle alter Werte steht in k-Wert bei Fenstern.
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