Dachfenster Gauben sieht man noch nicht so häufig, sie sind jedoch eine tolle alternative zur herkömmlichen Dachgaube. Bei einer Dachgaube kann zwar den Raumgewinn höher ausfallen als bei einer Dachfenster Gaube, jedoch ist dieser zusätzliche Raumgewinn ob in der Praxis ungenutzt. Der Vorteil einer Dachfenster Gaube ist der deutlich höhere Lichteinfall. Und wir finden, es sieht auch deutlich schöner aus.




Oft besteht die Befürchtung, dass man bei einer solchen Lösung keinen Sonnenschutz nutzen kann oder Nachts, wenn es sich um ein Schlafzimmer handelt, keine Verdunklung möglich ist. Diese Angst ist aber unbegründet, die Hersteller bieten meist einen innen- und außenliegenden Sonnen- & Sichtschutz an.
Baugenehmigung
Gauben unterliegen in der Regel immer einer Genehmigungspflicht. Die selbst oder ihr Handwerker müssen einen Bauantrag stellen und sich diesen kostenpflichtig genehmigen lassen. Bei einer Dachfenster-Gaube kommt es jedoch sehr häufig vor, dass diese keiner Baugenehmigungspflicht unterliegt. Da das Baurecht in Deutschland auf lokaler Ebene geregelt ist, empfiehlt es sich immer eine Auskunft beim zuständigen Bauamt einzuholen. Alternativ können sie auch ihren Handwerksbetrieb kontaktieren.
Lichteinfall:
Dachfenster-Gaube schlägt klassische Gaube
Ein Dachfenster sorgt für einen circa doppelt so hohem Lichteinfall für den Tag hinweg als eine Dachgaube (bei vergleichen Quadratmetern Glas). In Kern liegt dies daran, dass das Dachfenster in die Hauthaut eingebaut ist. Hinzu kommt nachteilig bei der Gaube hinzu, dass je nach Sonnenstand die Seiten der Gaube verhindern, dass das Licht tief in den Raum eindringen kann.


Die obigen Bilder zeigen diesen Effekt schon sehr eindrücklich. Noch eindrücklicher ist es dem Verlauf der Sonne zu folgen. Das nachstehende Video simuliert ein nach Süden ausgerichtetes Dach mit einem Sonnenverlauf von Ost nach West.
Besonders wichtig bei der Lichtplanung ist: Es kommt darauf an, wie tief das Licht in den Raum eindringen kann. Umso tiefer das Licht eindringt, umso heller und behaglicher wird der Raum.
Die Entscheidung hängt vom eigentlichen Ziel ab
Wenn vor allem mehr Tageslicht und eine schnelle Modernisierung gefragt sind, ist ein Dachfenster meist der direktere Weg. Eine Gaube verändert dagegen die Dachform und schafft zusätzliche Stehhöhe sowie besser nutzbare Stellfläche. Dieser Raumgewinn kann bei einem niedrigen Kniestock entscheidend sein, geht aber mit mehr Planung, Gewerken und Bauzeit einher.
Kosten nicht nur am Bauteil vergleichen
Beim Dachfenster entstehen Kosten für Fenster, Eindeckrahmen, Dämmanschluss, Innenverkleidung und Montage. Bei einer Gaube kommen Tragwerk, Dachdeckung, Fassadenflächen, mehrere Fenster und häufig Genehmigungs- oder Planungskosten hinzu. Ein fairer Vergleich berücksichtigt deshalb die fertig nutzbare Lösung und nicht nur den Preis eines Fensters gegenüber dem Rohbaupreis einer Gaube.
Genehmigung, Statik und Gestaltung
Ein Dachfenster kann je nach örtlichen Vorgaben genehmigungsfrei sein; eine Gaube verändert die äußere Gestalt deutlich und ist häufiger genehmigungspflichtig. Bebauungsplan, Abstandsflächen, Denkmalschutz und Statik können die Möglichkeiten begrenzen. Vor einer Entscheidung sollte deshalb geklärt werden, was am Standort zulässig und konstruktiv sinnvoll ist.
Für einzelne dunkle Bereiche reichen oft ein oder mehrere passend positionierte Dachfenster. Soll dagegen ein dauerhaft besser nutzbares Zimmer entstehen, lohnt sich die Prüfung einer Gaube. Eine Kombination kann ebenfalls sinnvoll sein: Die Gaube schafft Raum, zusätzliche Dachfenster bringen Licht in tiefer liegende Zonen.
Praxis-Tipp: Lass beide Varianten auf demselben Grundriss einzeichnen. So erkennst du sofort, ob dir vor allem Licht fehlt oder tatsächlich nutzbare Stehhöhe. Erst danach sind Kostenangebote sinnvoll vergleichbar.





