g-Wert Fenster: Was er bedeutet und warum er unterm Dach zählt

Infografik: typische g-Werte von Verglasungen – Einfachglas ca. 0,85 bis Sonnenschutzglas ca. 0,3

Der g-Wert gibt an, wie viel Sonnenenergie durch eine Verglasung in den Raum gelangt. Er reicht von 0 bis 1: Ein g-Wert von 0,5 bedeutet, dass rund die Hälfte der auftreffenden Sonnenenergie als Wärme im Raum ankommt. Während der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme im Winter verloren geht, beschreibt der g-Wert, wie viel Wärme die Sonne hereinbringt – im Winter erwünscht, im Sommer unter dem Dach oft das größere Problem.

Typische g-Werte von Verglasungen

Verglasungg-Wert (ca.)Einordnung
Einfachglas0,85Lässt fast alles durch – im Winter Gewinn, im Sommer Hitze
2-fach Isolierglas ohne Beschichtung0,75Typisch für Fenster der 1970er- und 1980er-Jahre
2-fach Wärmeschutzglas0,6 – 0,65Standard vieler Fenster ab Mitte der 1990er
3-fach Wärmeschutzglas0,45 – 0,55Heutiger Standard bei guten Fenstern
Sonnenschutzglas0,2 – 0,4Speziell beschichtet, reduziert Hitze dauerhaft – auch im Winter
Richtwerte. Der genaue Wert steht im Datenblatt des Fensters.

Warum der g-Wert beim Dachfenster so wichtig ist

Ein Dachfenster liegt in der Schräge und bekommt dadurch deutlich mehr direkte Sonne ab als ein Fassadenfenster gleicher Größe – im Sommer fast senkrecht von oben. Deshalb heizen sich Dachgeschosse so stark auf. Der g-Wert der Scheibe ist dabei nur die halbe Wahrheit: Entscheidend ist, wie viel Sonne gar nicht erst auf die Scheibe trifft.

g-Wert und Sonnenschutz: der Fc-Wert

Sonnenschutz wird mit dem Abminderungsfaktor Fc beschrieben. Er sagt, welcher Anteil der Sonnenenergie trotz Sonnenschutz noch durchkommt. Multipliziert man g-Wert und Fc-Wert, erhält man den wirksamen Wert der Kombination aus Fenster und Sonnenschutz.

  • Außenliegender Sonnenschutz wie Hitzeschutz-Markise oder Rollladen fängt die Strahlung vor der Scheibe ab und erreicht die niedrigsten Fc-Werte.
  • Innenliegender Sonnenschutz wie Rollo oder Plissee hält die Strahlung erst hinter der Scheibe auf. Die Wärme ist dann bereits im Raum – der Effekt ist deutlich kleiner, auch wenn helle, reflektierende Stoffe helfen.
  • Rechenbeispiel: 3-fach-Glas mit g = 0,5 und außenliegender Markise mit Fc = 0,3 ergibt 0,5 × 0,3 = 0,15. Nur noch rund 15 % der Sonnenenergie gelangen in den Raum.
Dachfenster mit heruntergelassener Hitzeschutz-Markise an einem Sommertag

Niedriger g-Wert oder Sonnenschutz?

Sonnenschutzglas mit sehr niedrigem g-Wert wirkt rund ums Jahr – also auch im Winter, wenn die Sonne eigentlich willkommen wäre und beim Heizen hilft. Ein beweglicher, außenliegender Sonnenschutz ist flexibler: Im Sommer hält er die Hitze draußen, im Winter bleibt er offen und die Sonne wärmt mit. Für die meisten Dachgeschosse ist deshalb die Kombination aus gutem Wärmeschutzglas und außenliegender Markise oder Rollladen die beste Lösung.

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U-Wert und g-Wert zusammen betrachten

KennwertBeschreibtGut ist …
U-Wert (Uw)Wärmeverlust nach außenmöglichst niedrig, z. B. ≤ 1,0
g-WertSonnenenergie nach innenim Winter eher hoch, im Sommer niedrig
Fc-WertWirkung des Sonnenschutzesmöglichst niedrig – außenliegend am besten

Häufige Fragen zum g-Wert

Was ist ein guter g-Wert für Fenster?

Das hängt von der Ausrichtung ab. Für Süd- und Westseiten und Dachfenster ist ein niedrigerer g-Wert um 0,5 sinnvoll, idealerweise kombiniert mit außenliegendem Sonnenschutz. Auf Nordseiten darf er höher sein, damit im Winter mehr Sonnenwärme ins Haus kommt.

Was ist der Unterschied zwischen U-Wert und g-Wert?

Der U-Wert beschreibt den Wärmeverlust von innen nach außen, der g-Wert den Energieeintrag durch die Sonne von außen nach innen. Ein gutes Fenster hat einen niedrigen U-Wert – beim g-Wert kommt es auf die Situation an.

Welchen g-Wert hat 3-fach-Verglasung?

Typischerweise etwa 0,45 bis 0,55. Der genaue Wert steht im Datenblatt des Herstellers.

Hilft ein Innenrollo gegen Hitze?

Nur begrenzt. Ein Innenrollo hält die Strahlung erst hinter der Scheibe auf, die Wärme ist dann bereits im Raum. Außenliegender Sonnenschutz wirkt deutlich stärker.

Was bedeutet der Fc-Wert?

Der Fc-Wert ist der Abminderungsfaktor eines Sonnenschutzes. Je niedriger, desto weniger Sonnenenergie gelangt in den Raum. Zusammen mit dem g-Wert ergibt er den wirksamen Energieeintrag.

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Von der dachfensterinfo.de Redaktion

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